Pepi Abicht ( Trompete, Flügelhorn )
Walter Hollinetz ( Tenorsax, Klarinette, Sopransax )
Alex Klomfar ( Perkussion )
Thomas Müller ( Melodica )
Luis Salner ( Posaune )
Dieter Schnell ( Tuba )
Alex Wandruszka ( Altsax, Klarinette, Bassklarinette )
Konrad Weissensteiner ( Tenorsax, Sopransax )
Alfred Wittmann ( Sopransax, Baritonsax )
Konzert "30 Jahre Dschungelorchester"
Kulisse, Rosensteingasse 39, 1170 Wien
Fr, 24.September 2010, 20 Uhr
www.kulisse.at, tel:.01 4853870
Frage bei der Millionenshow:
Was ist keine Dschungelorchesternummer?
A: Servus, Alfred
B: Danke, Alex
C: Hallo, Dieter
D: Hurch, Pepi
Richtige Antwort: D
...Österreichs witzigste Blasmusik... ...Bigband-Jux zur freien Potenz... ...ein bunter Haufen Individualisten... ...unnachahmliche Mischung aus Klamauk, Theatralik und einfach guter Musik... ...die Komik dieser Band ist mehr als simple Blödelei... ...Anarchie, Spielwitz und Liebe zu aussergewöhnlichen Klangkombinationen... ...ein reizvoller Kontrast von ehrlichem Musizieren und komödiantischer Einlage... ...schräge Klänge und absurder Humor...... ...abseits von musikalischen Trampelpfaden... ...die urösterreichische Version einer brasilianischen Samba-Schule... ...kabarettistisch und musikalisch... ...die alpine Tuba im Dialog mit dem australischen Didgeridoo... ...Jazz, Fusion, Rock, Folklore, Schmäh... ...ein optisch musikalisch kabarettistisches Mehrfachvergnügen mit unheilbarem Hang zum Jazz... ...Überraschungen lauern hinter jedem Ton... ...Persiflage verknüpft die wild herumhängenden Klanglianen... ...unkonventionelle Musik, jeder Einengung durch Stilvorschriften bar... ...gegen Kreislauflähmung, Mieselsüchtigkeit und sogar Liebeskummer... ...eine Safari durch das schier undurchdringliche Dickicht des Jazz-Regenwaldes... ...Musik mit dem Schalk im Nacken... ...ausgefeilte Arrangements in ungewöhnlichem Sound, absurde Showeinlagen und intelligente, unorthodoxe Instrumentalsoli... ...werden respektlos Traditionen persifliert und Gewohnheiten zur Seite geschoben... ...Unbeschwertheit als Markenzeichen... ...ein Haufen bunter Hunde... ...improvisierend, parodierend, kultivierend, auf jeden Fall aber musizierend... ...schaurig-schöne Gesangseinlagen...holprige Märsche... ...reitet mit ungebrochenem Elan zum Vergnügen seiner HörerInnen auf allen Wellen, schwimmt in allen Gewässern und bleibt sich dennoch selber treu... ...kurz ein Event der Hören und Staunen vereint...
Die Aufnahme dieser CD war der erste Preis eines Wettbewerbes fuer grenzueberschreitende, aktuelle Toene aus Oesterreich: Die Wiener-Welt-Musik-Kugel
Sagen wir es so: Unter den Gruppenphaenomenen, welche das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, ist die Big Band bei weitem das sympathischste. Denken Sie nur an spontan entstehendes Ungemach wie Cola-Dosen-Berg, fotografierende Touristen-Gilden, Tiefkuehl-Pommes-Haeufchen, Supermarktschlangen oder auch sich zum Zwecke des Rufmordes zusammenrottende Kritikerrunden. Sonderzahl sind jene sich spontan bildenden widerlichen Haufen. Wie erquicklich dagegen eine Big Band! Auch wenn es ihr selten gelingt, will sie doch lange leben, was uns zum Publikum eines nie endenden archaischen Ueberlebenskampfes macht. Wir betrachten dabei eine Menge sehr seltsamer Gestalten, die ihre devianten Phantasien kollektiv baendigen, um Schallwellen in den Äther zu schicken. Auf unsere Gunst angewiesen, geben sie vor, uns unterhalten zu wollen, was sie bisweilen zwingt, Bademäentel und Damenstruempfe anzuziehen und allerlei Schmaehungen ueber sich ergehen zu lassen. Und schliesslich der unverzichtbare Big-Band-Vorteil fuer Kritiker: Zeitersparnis. Je groesser naemlich eine Band, desto geringer ist insgesamt die potenzielle Anzahl der Bands in einem Lande. Eine klare Rechnung: Wenn etwa zehn Musiker eine Gruppe bilden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass jeder dieser Musiker eine eigene Gruppe gruendet sehr gering. Er ist ja schon in einer. Bei zehn Musikern macht das eine Bandersparnis von neun Stueck. So gesehen, sollte es nur BigBands geben, nein: es sollte nur eine einzige, monstroese Big Band geben, in der alle Musiker eines Landes zusammenspielen. Aber lassen wir Utopia, wenden wir uns dem Werk selbst zu. Was Sie zu hoeren bekommen, wird bei ihnen keinen Bandscheibenvorfall ausloesen. Es besteht aus vielen kurzen Stuecken, was Pausen und damit Dehnungsuebungen ermoeglicht. Zwischen Spagat und Lotossitz erfreuen Sie jedenfalls langsam aufgebaute Klangflaechen, liebliche Floetenmelodien und eine modale Riff-Welt. Karneval-Flair wird natuerlich ebenso garantiert wie ein gemuetliches Dahintuckern der Toene, die auch von ausgiebigen musikalischen Selbstentbloessungen (Improvisationen genannt) nicht halt machen. Bisweilen erfolgt dabei eine freejazzige Attacke aufs Nervensystem, wird herzhaft gegackert und an die 60er Jahre gemahnt. Nur kurz allerdings. Im Nu erschallt wieder eine putzige Weise und ordnet die Welt zum Mosaik der Beschaulichkeit. Da und dort ein "Du wirst nicht singen!" Ein rockiges Schlagzeug. Sehnsucht nach Mama Afrika. Funkiges. Roehrende Gitarren. Stilisierte jiddische Weisen. Doch nicht nur das: Strapaziert das ohnmaechtige Dschungel-Haeuflein seine Stimmbaender, gibt es sich wechselchoerig, als waere es von Giovanni Gabrieli instruiert worden. Das allerdings ist nicht sehr wahrscheinlich. Nicht so sehr, weil der Venezianische Ranaissancemeister schon seit Jahrhunderten tot ist. Viel eher, weil er mit diesem Chor und seiner alpin-knickerbockerhaften Stilistik wenig anfangen koennte. Wie auch immer. Pipi-Lang-strumpf-Reminiszenzen, kanonisch verquickt mit universitaerem Uebermut, und ein hymnisch-rappiges Plaedoyer fuer Ketchup, Mayonnaise und Geschlechterkontakt (ist die Reihenfolge zufaellig?) runden die wohlig unrunde globale Musikdorf-Idylle ab. Bei unsererEhr! (Ljubisa Tosic, 1998)
Unkonventionelle Musik schleift Hörgewohnheiten
Keine Angst, die martialisch anmutende Silberscheibe schleift weniger den Lesekopf ihres CD-Players als vielmehr ihre Gehörgänge. Wiedereinmal reitet das Dschunge lorchester beim Versuch tieferliegende Schichten ihres Hörbewusstseins freizulegen Attacke um Attacke gegen liebgewonnene Hörgewohnheiten.
Erinnern Sie sich noch: 1991. Die Welt steht an der Kippe vom Vynil- zum CD-Zeital ter. Das Dschungelorchester entschliesst sich nach 10-jähriger Verweigerung, seine Musik der Nachwelt als Konserve zu erhalten. Und produziert noch eine dieser alt modischen schwarz-gerillten Scheiben. Zur LP dazu gab's damals eine Bonus-Reini gungs-CD: Anstelle der silbrigen Scheibe erwartete den neugierigen Musikliebhaber allerdings eine Schleifscheibe.
4 Jahre später. 1995: Das Dschungelorchester entschliesst sich nach nur mehr 4-jäh riger Weigerung zum Kniefall vor der neuen Technologie. Und produziert eine CD. Der Titel: Schleifscheibe. Der neugierige, mittlerweilen jedoch gewifte Musikliebha ber öffnet vorsichtig die Verpackung und: Da ist sie tatsächlich: Die langerwartete, von vielen Fans bereits vehement geforderte digitale Tonkonserve des Dschungelor chesters. Auch wenn vereinzelt bereits Rufe nach dem Dschungelorchester-Video- Clip laut werden, das Orchester wird sich in bekannter Manier noch eine Zeit bitten lassen. Hören sie sich daher diese CD an, die Musik ist so lebendig, dass die Konzer terinnerungen wie von selbst vor ihrem geistigen Auge auferstehen werden. 8 Bläser und ein Perkussionist musizieren da mit der rechten Freud' und einem nicht zu überhörenden Augenzwinkern was das Zeug hergibt: Unkonventionelle Musik vom Besten. Von der Bassklarinette bis zur Pikkoloflöte, vom Schlager bis zur Weltmusik, von Fünf-Viertel bis Sieben-Achtel bietet die Musik dieser originellsten Kapelle Österreichs fuer jeden etwas und für so manchen alles.
Spiel die Schleifscheibe!
Nach 10-jährigem Zaudern haben wir dem Ruf der Fans nachgegeben und unsere Musik der schwarzen Rille anvertraut - gerade noch rechtzeitig vor deren endgültigem Ableben. Und uns damit das schon längst verdiente Denkmal gesetzt.
Ganz entgegen allen Befürchtungen, unsere Musik wäre ohne den direkten Kontakt mit dem Publikum und die daraus immer wieder resultierende Spielfreude und Inspiration eine leblose und ganz und gar nicht repräsentative Sache, ist es uns ganz gut gelungen unsere Musik so zu verewigen wie es unseren Vorstellungen entspricht. Letztlich hat sogar bei der Studioarbeit derZufall in bewährter Dschungelorchestermanier sein Recht bekommen (beachten Sie bitte den Schluss von "Campmeeting").
Sie finden auf der vor Ihnen liegenden LP nicht nur Eigenkompositionen verschiedener Genres, sondern auch ein Stückchen Mozart (nicht einmal wir konnten uns der allgemeinen Euphorie des Mozartjahres entziehen) und Ragtimeanklänge, beides aber nicht ohne es vorher durch den Fleischwolf unserer Arrangeure gedreht zu haben - und zum Abschluss auch noch das Orchester a` capella vielstimmig vereint bei der Interpretation eines alten Schlagers, der im Lauf der Jahre zu einer "conditio sine qua non" eines jeden Dschungelorchester- konzertes geworden ist, entstanden aus der Notwendigkeit einen endgültigen Schluss trich unter die x-teZugabe zu ziehen
welcome
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